Häuptlings-Fütterung
Wenn der Neonat die Maus nicht fressen will
Ich freue mich aufrichtig für jeden, dessen Neonaten bei der ersten Futtergabe die gereichte Maus verschlingen.
Es kommt aber vor, dass nicht jeder Neonat das präsentierte Futtertier frisst. Er lässt es fallen oder schleudert es übellaunig immer wieder durch das Terrarium.
Ursächlich dafür verantwortlich ist meiner Meinung nach, dass die Maus nicht dem natürlichen Futter entspricht, auf das ein junger Neonat genetisch geprägt ist.
Es scheint außerdem so, dass die Grundfärbung des Neonaten einen unterschiedlichen Lebensraum vermuten lässt. Gelbe Neonaten finden sich demnach in Graslandschaften, während rote Neonaten am Waldrand zu finden sind.
So ist anzunehmen, dass die jungen Schlangen nach unterschiedlichem Futter suchen.
Eine vielversprechende Möglichkeit Neonaten zum Fressen zu bewegen ist jene, die Maus als Küken zu tarnen.
Der Trick besteht darin, die aufgetaute Maus mit den Daunen eines Eintagskükens zu maskieren.
Solche Küken bietet der Fachhandel als Eintagsküken in gefrorener Form an.
Eine so präparierte Maus wird als Häuptling bezeichnet.
Der Häuptling sollte erst eingesetzt werden, wenn die vorherige Fütterung erfolglos war.
Versucht man gleich zu Anfang die präparierte Maus zu reichen, bleiben die Daunen am Neonaten kleben und aus dem Häuptling wird wieder eine Maus, verbunden mit einer ziemlichen Ferkelei.
Meine Erfahrung ist zudem, dass man mit den Daunen nicht sparen sollte.
Ich habe Neonaten erlebt, die erst zuschnappen und fressen, wenn die Maus vollständig mit Daunen bedeckt ist.
Oftmals aber reicht es, wenn die Daunen den Kopf bedecken.
Ein erneutes Einfrieren nicht verbrauchter Daunen ist nicht empfehlenswert.
Es besteht meiner Ansicht nach die Gefahr, dass sich Bakterien in die Daunen einnisten und dem Neonaten schaden.