US Designer Chondros – Teil 4
Das Thema US-Designer Chondros ist so umfangreich, dass viele Beiträge in den kommenden Monaten erscheinen werden.
Ein zentrales Element werden die Morelia viridis Züchter der letzten 40 Jahre ebenso sein, wie einige der spektakulärsten Linien, die mit dem Enthusiasmus dieser Menschen hervorgegangen ist.
Linien, die auch in Europa und Deutschland Einzug gehalten haben und von namenhaften Züchtern weiter vorangetrieben wurden und werden.
Bevor der erste Teil dieser Serie startet, gilt es jenen Personen und Institutionen zu danken, ohne deren Unterstützung und Erlaubnis diese Themenreihe nicht hätte entstehen können.
Herpetoculture Magazin: https://herpetoculturenetwork.com/
Bei Kauf-Interesse: https://www.magcloud.com/brose/issue/1850727

The Herpetoculture Network: https://www.facebook.com/theherpetoculturenetwork/

Creating Mr. Blue A (Not So) Short History
Ich möchte Tim sehr herzlich bedanken für die bereitgestellten Bilder und die Erlaubnis zur Veröffentlichung.
Mid-Atlantic Arboreals: https://www.facebook.com/midatlanticarboreals/
Vibrant Viridis, LLC: https://www.vibrantviridis.com/
Die Geschichte zu Mr. Blue – Teil 4
Eine (nicht ganz so) kurze Erzählung von Tim Morris

Der große Tag
Am Tag bevor die Neonaten schlüpfen sollten fiel mir auf, dass das Weibchen auf die kleinsten Störungen sehr aufmerksam reagierte.
Dann kam der Tag des Schlupfes!
Bis heute zähle ich diesen Tag zu den Aufregendsten die ich bisher erlebt habe. Du riskierst einen Blick auf die Eier und es ist kaum zu fassen, die erste Schnauze ist sichtbar.
Was diesen Tag so beeindruckend für mich macht sind zweierlei Ereignisse. Einerseits weil es das erste Gelege war, das in meiner Obhut geschlüpfte und zweitens, weil die Mutter die Eier umsorgt hatte.
Ich überlasse nicht alles dem Zufall. Wenn die ersten Babys ihr Ei verlassen haben, was etwa 36 Stunden dauert, entferne ich das Weibchen.
Zu sagen, dass ich von der ganzen Sache begeistert war, wäre eine grobe Untertreibung. Ich kann mich noch genau an den Schrei erinnern, welchen ich ausstieß, als ich an diesem Nachmittag, als ich von der Arbeit nach Hause kam, in den Nistkasten spähte und die ersten Schnauzen entdeckte!
Auch wenn ich mich wiederhole: ich kann nur jedem Morelia viridis Pfleger ans Herz legen wenigstens einmal dem Weibchen das Brutgeschäft zu überlassen und nicht dem Inkubator.
Das Ergebnis dieses Wurfs waren 17 lebende Babys aus insgesamt 25 Eiern. Die anderen 8 waren Totgeburten im Spätstadium – etwas, an das erfahrene Chondro-Züchter gewöhnt sind.
Die Neonaten wurden in kleine Aufzuchtracks mit einer geeigneten Leiter umgesiedelt in der auch eine flache Wasserschale mit einem Durchmesser von 10 cm untergebracht war.
Jeder Chondro-Züchter erinnert sich wahrscheinlich an die Mühen und Probleme, die mit der Fütterung des ersten Geleges verbunden waren …
Das war definitiv eine schwierige Zeit, und um ehrlich zu sein, begann die Euphorie über den ersten Wurf Chondros im Laufe der Wochen zu schwinden!
Ich erinnere mich, dass ich die meisten zum Fressen gebracht habe (und auch an die Aufregung und das pure Gefühl des Erfolges, als das erste Baby seine erste Mahlzeit zu sich nahm!).
Aber es gab immer noch mindestens 5 Neonaten, die sich vehement weigerten das dargereichte Futter zu akzeptieren.
Das sind jene, die einem den Wunsch verderben, in den Terrarien-Raum zu gehen.
Ich habe Trooper mehrmals kontaktiert und um Rat gebeten. Seine Antwort war: „Denk dran, Tim, in der Wildnis sind diese Schlangen Reflexfresser, die darauf angewiesen sind, dass das Wedeln mit dem Schwanzende Beute anlockt.“
Mit diesem Wissen steigerte ich das Aufwiegeln bei diesen fünf Nahrungsverweigerern, was immerhin im Ergebnis zwei weitere Futterkonsumenten brachte.
Trooper hatte eine besondere Methode, die in Original Artikel beschrieben ist. Bei diesen Neonaten hat sie nicht funktioniert – und ich bin irgendwie dankbar dafür, denn dadurch bin ich auf den Häuptling gekommen.
Aus dem Nackenbereich eines toten Eintagsküken wird ein wenig Flaum gezupft und damit die aufgetaute Maus „gefedert“. DAS funktioniert wunderbar.
Die restlichen störrischen Neonaten haben nicht nur gefressen, sondern sie haben dies auch mit Elan und Überzeugung vollzogen.
Nach diesem Erfolg dachte ich mir: „Verdammt Tim, das solltest du einfach von Anfang an machen!“
Ich möchte diesen Abschnitt mit der Anmerkung beenden, dass ich vor den Küken auch Frosch- und Eidechsenpüree gereicht habe. Erfolglos wie ich anmerken möchte.
Aber der Kniff mit den Daunen ist perfekt: Die tiefgefrorenen Küken sind leicht zu bekommen und das Maskieren der Maus als Küken ist leicht zu realisieren.
Ende Teil 4
Hier geht's zum Originalartikel: Creating Mr.Blue


