US Designer Chondros – Teil 5
Das Thema US-Designer Chondros ist so umfangreich, dass viele Beiträge in den kommenden Monaten erscheinen werden.
Ein zentrales Element werden die Morelia viridis Züchter der letzten 40 Jahre ebenso sein, wie einige der spektakulärsten Linien, die mit dem Enthusiasmus dieser Menschen hervorgegangen ist.
Linien, die auch in Europa und Deutschland Einzug gehalten haben und von namenhaften Züchtern weiter vorangetrieben wurden und werden.
Bevor der erste Teil dieser Serie startet, gilt es jenen Personen und Institutionen zu danken, ohne deren Unterstützung und Erlaubnis diese Themenreihe nicht hätte entstehen können.
Herpetoculture Magazin: https://herpetoculturenetwork.com/
Bei Kauf-Interesse: https://www.magcloud.com/brose/issue/1850727

The Herpetoculture Network: https://www.facebook.com/theherpetoculturenetwork/

Creating Mr. Blue A (Not So) Short History
Ich möchte Tim sehr herzlich bedanken für die bereitgestellten Bilder und die Erlaubnis zur Veröffentlichung.
Mid-Atlantic Arboreals: https://www.facebook.com/midatlanticarboreals/
Vibrant Viridis, LLC: https://www.vibrantviridis.com/
Die Geschichte zu Mr. Blue – Teil 5
Eine (nicht ganz so) kurze Erzählung von Tim Morris

18.96, aka MR. Blue
Das in Teil 4 beschriebene Gelege bestand aus roten/kastanienbraunen Neonaten.
Es gab unter ihnen einen auffälligen Ausreißer – das war 18.96.
Das Besondere an diesem Neonaten war, dass er eine deutlich reduzierte Zeichnung hatte.
Peinlich aus heutiger Sicht war die Tatsache, dass ich diesen Neonaten auf mehreren Ausstellungen angeboten habe.
1000 $ statt der üblichen 750 $ hätte ich mir schon gewünscht, doch die Käufer zeigten für diesen Preis kein Interesse.
Ich möchte erwähnen, dass zwischen Sommer 1996 bis etwa 1998, der Markt für Chondros preislich eingebrochen war.
Nicht etwa wegen zu vieler Tiere, sondern weil ein großes Angebot frisch geschlüpfter Neonaten für 200 – 300 $ angeboten wurde.
Dieses Gebaren findet man noch heute, wenn es um die schnelle Mark geht.
Die Käufer sehen den vermeintlich günstigen Preis und nicht den Vorteil, dass ein stabiler, älterer und futterfester Neonat wesentlich einfacher an ein neues Zuhause zu gewöhnen ist.
Viele konnten diesen Schnäppchen einfach nicht widerstehen; und das hat sich bis heute nicht geändert.
Herbst 1996:
Die „Mid-Atlantic Reptile Show“ oder kurz M.A.R.S. öffnete ihre Pforten.
Die meisten der Top-Züchter interessierten sich für die Ausstellung. Darunter auch Trooper, der allerdings nur als Beobachter der Ausstellung beiwohnen wollte.
Da die Anreise für Trooper von seinem Zuhause aus bedeutete, dass er direkt an meiner Wohnung vorbeikommen würde, redete ich beharrlich auf ihn ein mich doch zu besuchen.
Er könne seine geschaffene Blutlinie bestaunen und auch deren Nachkommen bewundern.
Er sagte zu!
Ich war begeistert! Ich konnte nicht glauben, dass dieser legendäre Mensch meiner bescheidenen Behausung einen Besuch abstatten würde.
Als er mein Schlangenzimmer betrat (das ein umgebautes zweites Schlafzimmer in einer 2-Zimmer-Wohnung war), sagte er nicht viel.
Nur gelegentlich ein „hmmm“, „uh huh“ oder „sehr nett“, aber als ich ihm dann die Neonaten zeigte, die ich gezüchtet hatte, beäugten wir auch 18.96.
Er starrte diesen Neonaten an und murmelte „uh huh… Tim, dieses Tier solltest du vielleicht behalten…“
Eine solche Reaktion heißt übersetzt, dass sich dieser Chondro wahrscheinlich „wirklich zu etwas ganz Besonderen“ entwickeln wird.
Von diesem Zeitpunkt an sah 18.96 nie wieder eine Messe.
Ich lernte John Holland (alias Johnny Blue) durch meinen Neffen kennen.
Seine Firma hieß „Blue Region“ und er dachte, was würde besser zum blauen Thema passen, als eine blaue Schlange!
Wir vereinbarten einen Deal, bei dem wir Bargeld plus 2 Jahre Zuchtrechte erhielten. In dieser Zeit wollten wir ihn (wir wussten inzwischen, das er männlichen Geschlechts war) mit seiner Mutter verpaaren.
Die Überlegung dabei war, dass dies vielleicht mehr „Super Blue“ Tiere hervorbringen könnte.
48,93 aka TMBF
Dieses Weibchen war der fruchtbarste weibliche Grüne Baumpython, den ich je gekannt habe:
- mit knapp 2,5 Jahren zum ersten Mal erfolgreich verpaart
- viel Fortpflanzungsaufwand und Stress aufwendete und ertragen musste, weil 4 ihrer 6 Würfe mütterlich versorgt wurden und von den vier Würfen zwei nacheinander durch sie bebrütet wurden
- keine sonst so viele Neonaten hervorbrachte wie sie
Heute führe ich meinen Status unter den prominenten historischen Züchtern des Grünen Baumpython vor allem darauf zurück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
Genau betrachtet habe ich lediglich die beiden einzigen Chondros verpaart, die ich hatte.
Ich hatte anfangs natürlich keine Ahnung, welches Potential in meinen Terrarien schlummerte.
Tatsächlich waren es Trooper und die anderen Mitwirkenden der Blutlinien, die den Grundstein für die Ergebnisse legten, die ich erzielt habe.
In dieser Hinsicht betrachte ich mich als einen sehr glücklichen Chondrozüchter.
Ende
Der nächste Beitrag von John Irby wird die Blue Line erklären
Hier geht's zum Originalartikel: Creating Mr.Blue


