US Designer Chondros – Teil 2
Das Thema US-Designer Chondros ist so umfangreich, dass viele Beiträge in den kommenden Monaten erscheinen werden.
Ein zentrales Element werden die Morelia viridis Züchter der letzten 40 Jahre ebenso sein, wie einige der spektakulärsten Linien, die mit dem Enthusiasmus dieser Menschen hervorgegangen ist.
Linien, die auch in Europa und Deutschland Einzug gehalten haben und von namenhaften Züchtern weiter vorangetrieben wurden und werden.
Bevor der erste Teil dieser Serie startet, gilt es jenen Personen und Institutionen zu danken, ohne deren Unterstützung und Erlaubnis diese Themenreihe nicht hätte entstehen können.
Herpetoculture Magazin: https://herpetoculturenetwork.com/
Bei Kauf-Interesse: https://www.magcloud.com/brose/issue/1850727

The Herpetoculture Network: https://www.facebook.com/theherpetoculturenetwork/

Creating Mr. Blue A (Not So) Short History
Ich möchte Tim sehr herzlich bedanken für die bereitgestellten Bilder und die Erlaubnis zur Veröffentlichung.
Mid-Atlantic Arboreals: https://www.facebook.com/midatlanticarboreals/
Vibrant Viridis, LLC: https://www.vibrantviridis.com/
Die Geschichte zu Mr. Blue – Teil 2
Eine (nicht ganz so) kurze Erzählung von Tim Morris

Mitte August – Showtime!
Gemeinsam mit meinen beiden Neffen Sean und Christian und meiner Partnerin machte ich mich auf den Weg nach Orlando.
Gleich am ersten Tag der Messe suchte ich nach dem Stand von Trooper.
Ich fand ihn bei „Ophiological Services“ (OS) – Eine Kooperation zwischen Eugene Bessette und Trooper Walsh.
Auf ihrem Tisch waren zahlreiche Grünen Baumpython eines jeden Alters ausgestellt.
Ich erinnere mich noch gut, wie meine Lebensgefährtin direkt zu Trooper marschierte und meinte: „Also… du verkaufst an niemanden, richtig?“ (Sie kannte ja die Geschichte, was Trooper mir im Zoo erzählt hatte).
Mit einem verlegenen Grinsen – ähnlich dem des Grinch – sah Trooper sie an und sagte: „Wie kann ich dir helfen meine Liebe?“
Sie begann sich nach dem Grünen Baumpython zu erkundigen.
Sie tendierte mehr zu gelben Neonaten, während ich die rot-kastanienbraunen Vertreter mochte (zu diesem Zeitpunkt allerdings aus KEINEM besonderen Grund).
Trooper begann sie davon zu überzeugen, dass ein rot-kastanienbraunes Tier attraktiver sei und der Farbwechsel von der Jugend zu Altfärbung unvergleichlich wäre.
Nach Trooper's Überzeugungsarbeit entschieden wir uns gemeinsam für unseren ersten Chondro, dessen Farbe kastanienbraun/rot war. Er trug den klangvollen Namen: TW 13,93.
Geschlüpft war er im Februar des Jahres 1993 – und natürlich war er teuer.
Das war also das Ergebnis des ersten Tages.
Am zweiten Tag verbrachte ich ebenfalls viel Zeit am Stand von OS.
In einer Pause griff Trooper unter den Tisch und zog einen Transportbehälter hervor.
Diesen überreichte er mir mit den Worten: „Hier, ich möchte, dass du den nimmst.“
Darin war der kleinste geschlüpfte Grüne Baumpython, den ich je gesehen habe. Es war ein Zwilling, dessen Partner früh verstorben war.
Trooper fuhr fort: „Ich bin mir nicht sicher, ob er es schaffen wird, aber ich bin mir sicher, dass du ihm ein gutes Zuhause geben wirst.“
Dieser Winzling war: TW 2-27-93.
Jahre später wurde er der Vater von „Mr. Blue“.
Sein Name: „Legend“.
Irgendwann später einmal meinte Trooper, er sei bei diesem Tier einer Fehleinschätzung erlegen – nie hätte er angenommen, dass sich ein so besonderes Tier aus diesem Winzling entwickeln würde.
Die kommenden Monate arbeitete ich daran beide Neonaten aufzuziehen.
Bei der Durchsicht der mir von Trooper überlassenen Aufzeichnungen, wurde mir bewusst, dass die beiden Tiere aus einem Gelege stammten.
In dieser Zeit war es mir ein Herzenswunsch Trooper an der Entwicklung der beiden Neonaten teilhaben zu lassen.
Insbesondere über jenen Zwerg, der „wahrscheinlich unspektakulär bleiben würde“ so die damaligen Worte von Trooper.
Im Frühjahr 1994 kam Pete Kahl vorbei und bot an, die beiden zu sondieren.
Es war ein Pärchen!
Deshalb dachte ich darüber nach einen der Neonaten gegen ein blutsfremdes Tier einzutauschen, um dann mit den beiden zu züchten.
Anfangs war Trooper zögerlich gegenüber einem Tausch.
Auf jeden Fall aber machte er deutlich, dass er an dem Zwerg kein Interesse hätte.
Im August des gleichen Jahres einigten wir uns auf einen Deal.
Er übernahm das Weibchen 13,93 und ich erhielt im Tausch TW 48-93.
Dieses Mädel sollte Teil des legendären Geleges sein, aus dem auch „Powder“ und „Joan Collins“ hervorgingen.
Trooper und ich ahnten nicht, dass wir mit diesem Tausch den Grundstein für Mr. Blue legen sollten.
Herbst 1995
Ich war immer noch ehrenamtlich im Zoo und bei Pete Kahl tätig.
Pete hatte eine umfangreiche Sammlung an Schlangen, die in OSB-Terrarien und einigen Neodesha-Terrarien untergebracht waren.
Neodesha Plastics aus Neodesha, Kansas, gehörte einem Mann namens Ted Pietz, dessen Unternehmen sich mit der Herstellung von ABS-Ladeflächenverkleidungen für Pick-up-Trucks einen Namen gemacht hatte.
Nebenher experimentierte er mit dem Bau von Terrarien.
Alle Neodesha-Terrarien waren mit den neuesten Temperatur-Controllern der Firma Microclimate ausgestattet, deren Sitz bis heute in England ist.
Aus dieser Produktion habe ich zwei Baumpython-Terrarien gekauft.
Im Oktober 1995 begann ich den ersten Zuchtversuch mit meinen beiden Morelia viridis.
Zu diesem Zeitpunkt war das Männchen 2-27-93, etwa drei Monate vor seinem dritten Geburtstag.
TW 48-93 schlüpfte am 25. April 1993, war also bei der ersten Verpaarung noch nicht einmal 2,5 Jahre alt.

Sie war jung, wuchs schnell und hatte definitiv die richtige Größe für die Zucht.
Die komplett abgestreifte Haut maß rund 1,80 m und ich ging davon aus, dass die Haut etwa 10 % länger war als die tatsächliche Körperlänge des Weibchens.
Das Männchen wurde am Abend des 18. Oktober zu TW 48-93 gesetzt.
In der gleichen Nacht erfolgte die erste Verpaarung.
Im Oktober und November beobachtete ich zahlreiche weitere Kopulationen.
Ende November wurden die beiden wieder getrennt und am 04. Dezember konnte ich ein Anschwellen der Körpermitte (im Zusammenhang mit dem Eisprung) bei TW 48-93 beobachten.
Um sicherzustellen, dass der „Deal besiegelt“ war, habe ich das Männchen am 15. Dezember erneut zu TW 48-93 gesetzt.
Ich konnte keine weitere Kopulation beobachten, weshalb ich am 28. Dezember die beiden wieder getrennt habe.
Eine große Hürde beim Grünen Baumpython ist das Ausbrüten ihrer Eier.
Wer damals keinen Inkubator der Firma Forma Scientific hatte, war gut beraten, die Eier durch das Weibchen ausbrüten zu lassen.
Nachdem ich mehrere Artikel von Trooper über die Zucht einer Vielzahl von Boas und Pythons gelesen hatte, legte ich Wert darauf, nicht nur sorgfältige Aufzeichnungen zu machen, sondern plante auch, so gut ich eben konnte, überall Fühler für die Kontrolle der Temperatur zu installieren.
Ende Teil 2
Hier geht's zum Originalartikel: Creating Mr.Blue


