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Erste Fütterung

Ein Neonat wird zum ersten Mal gefüttert

Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, wenn nach 50 Tagen die erste Nasenspitze die Eihülle öffnet.

10 Tage sind seit diesem Ereignis vergangen.  Ab dieser Zeit beginnt die Körperfarbe milchig zu wirken. 

Nach und nach häuten sich die Zwerge zum ersten Mal in ihrem Leben. 

Die hohe Luftfeuchtigkeit von > 90% sorgt für ein reibungsloses Abstreifen der Haut.

Der Zeitpunkt ist gekommen, die erste Fütterung zu planen.

Wie füttere ich einen Neonaten der erstmals Nahrung zu sich nehmen soll?

Gereicht werden Babymäuse mit einem Gewicht von 1 – 2 g.

Die Tageszeit der ersten Fütterung ist der späte Nachmittag bis frühe Abend.

Der Pfleger sollte sich gedanklich nicht mehr als 2 – 3 Neonaten pro Abend einplanen

Ich taue die Babymäuse in einer Glasschale im warmen Wasser auf. Die Glasschale stelle ich auf eine Wärmplatte, die dafür sorgt, dass die Mäuse bei um die 40 °C warmgehalten werden.

Pro zu fütternden Neonaten rechne ich mit 2 - 3 Mäusen. Je nach Verlauf der Fütterung sind die ersten Futtertiere bald matschig, sie platzen auf oder sie beginnen zu bluten.

Die Mäuse sind nach rund 10 Minuten aufgetaut.

Das Futtertier wird mit einer Futterpinzette hinter dem Kopf gegriffen.

Mit der Maus wird nun der Neonat aufgeweckt. Dazu nutze ich gerne die winzigen Krallen einer Pfote.

Ein hierzu geeigneter Bereich ist hinter den Kiefern unter dem Auge des Neonaten.

Sollte der Kopf unter den Schlingen liegen ist es der Bauch, den es zu nutzen gilt.

Die meisten Neonaten reagieren mit ruckartigen Bewegungen und nehmen in weiterer Folge die typische S-Haltung ein.

Andere jedoch ziehen den Kopf in eine Schlinge und tauchen in den Körper ab. Von diesen berichte ich in einem anderen Beitrag.

Die robusten Neonaten schnappen und wirken genervt.

Jetzt beginnt das Geduldsspiel die Maus so zu positionieren, dass von dieser der Kopf erwischt wird. Meist lässt der Neonat die Maus beim ersten erfolgreichen Schnappen wieder fallen.

Die Prozedur kann sich mehrfach wiederholen, ehe der Neonat die Maus packt und in seinen Körper eindreht. Die Chance ist gegeben, dass die Maus nun auch verschlungen wird.

Ich wende meinen Blick ab.

Kneife meinen Augen zu einem Blinzeln zusammen und überprüfe, ob die Maus nicht doch wieder fallen gelassen wird.

Perfekt ist es, wenn der kleine Neonat mit kontinuierlichen Bewegungen des Schlunds das Beutetier in den Rachen befördert.

Die beschriebene Vorgehensweise dauert durchschnittlich 20 – 40 Minuten pro Neonat.