Das Nidovirus - Teil 2
Nidovirus-Nachweis und Übertragungswege:
Beim Nachweis des Nidovirus ist zu unterscheiden zwischen erkrankten und gesunden Tieren.
An Nidovirus erkrankte Tiere zeigen Absonderungen von ockerfarbenem Schleim aus Maul und Nase.
Dieser Schleim sieht nicht nur eklig aus, sondern riecht aufgrund hoher Bakterienmengen auch noch unangenehm.
Die Schlangen liegen apathisch nach Luft ringend auf dem Boden und siechen dahin.

Das Morelia viridis mit den beschriebenen Beschwerden sofort von einem Tierarzt zu untersuchen und bei einem hoffnungslosen Befund zu euthanasieren ist, sollte als selbstverständlich gelten.
Gesunde und unauffällige Tiere, welche Träger des Nidovirus sind, stellen meiner Meinung nach die eigentliche Herausforderung dar.
Generell kann der Nachweis des Nidovirus über einen Rachenabstrich erfolgen, sofern genügend Virenlast im Rachenraum vorhanden ist.
Den Abstrich sollte ein Tierarzt, der sich auf Reptilien spezialisiert hat, durchführen.
Natürlich kann ein geübter Pfleger dieses ebenfalls erledigen.
Das in der Grundstruktur 33.500 Basenpaare große Virus wird mit der PCR (Polymerase Ketten Reaktion) nachgewiesen.
Die PCR bedient heute ein weites Feld der diagnostischen Anwendung und ist aus dem Bereich der Kriminologie und der Verwandtschaftsforschung nicht mehr wegzudenken.
Die neueste mir bekannte Veröffentlichung zum Nachweis des Nidovirus stammt aus dem Jahr 2020 von Dr. Silva Blahak und Team.
Dr. Silvia Blahak hat Sie sich einen Namen im Umfeld der Reptiliendiagnostik und Erforschung von deren Krankheiten gemacht.
In der genannten Publikation findet die New Generation Sequencing (NGS) und die RT-qPCR Anwendung. Sie sind durch Anpassungen an das Virus sensitiver im Nachweis.
Mit deren Anwendungen konnten mehrere Stämme des Nidovirus bei infizierten Schlangen nachgewiesen werden.
Ähnlich wie bei Corona gibt es auch hier Stämme deren Pathogenität höher ist als bei anderen.
Auch wenn der Test nicht positiv ist, bedeutet dieses dennoch nicht, dass die Schlange kein Träger des Nidovirus sein könnte.
Wie schon erwähnt: Es bedarf einer gewissen Virusmenge, um einen sicheren Nachweis zu erhalten.
Eine regelmäßige Testung auf das Nidovirus ist deshalb empfehlenswert.
Wer sich detailliert für diese Thematik interessiert, dem habe ich in einem eigenen Beitrag eine Übersicht interessanter und hier verwendetet Publikationen zusammengestellt:
Heute schließt man eine rasche Ansteckung, wie anfangs noch befürchtet, aus.
Das hat vor allem auch damit zu tun, dass man weiß, dass sich das Nidovirus nicht über die Luft verbreitet.
Als Übertragungswege gelten:
- Körperflüssigkeiten
- Schmierinfektionen
- Milben
Abschließend sind hier in alphabetischer Reihenfolge drei Labore aufgeführt die einen Test zum Nachweis des Nidovirus nachweisen.

